Der Alternativplan

Ich verließ das B&B, wofür ich nur rund 35€ bezahlte, gegen acht Uhr und und machte mich auf die gut einstündige Fahrt ins Zentrum des Dartmoor Nationalparks. Bereits kurz nach dem Überschreiten der Außengrenze des Parks fand ich einen kleinen Parkplatz an der Steps Bridge, von welchem aus ich mich entschloss, eine kleine Wanderung zu unternehmen. Das Wetter fühlte sich wärmer und bedeutend windstiller als am Tag zuvor an, also versuchte ich, den noch minimal vorhandenen Regen zu ignorieren, fotografierte die am Parkplatz angeschlagene Karte und machte mich auf den Weg.

Gesäumt von einem wunderschönen, naturbelassenen Wald marschierte ich parallel zu einem Fluss dem Hang entlang. Der Weg war gut, aber wegen des Regens noch etwas matschig. Meine Route führte dann über teilweise recht steile Feldwege durch eine Farm und sollte laut Karte auch die nächste Farm durchqueren. Leider ließ sich an diesem Punkt der Zusammenhang zwischen Karte und Realität nur mehr unzureichend herstellen und nach ein paar hundert Metern in die falsche Rochtung kehrte ich um.

Trotzdem waren das gut zwei schöne Stunden, als ich mich wieder in meinen silbernen Honda Jazz setzte. Perfekt abgestimmt, begann es zu schütten und ich traf eine Entscheidung.

 

Nachdem ich schon die fast unendlichfache Dosis meiner täglichen körperlichen Ertüchtigung zu mir genommen hatte und auch der Regen weitere Wanderungen unattraktiv machte, wollte ich die Zeit nutzen, um Kilometer zu machen und mich einem ganz anderen Ziel zuwenden. Dem Snowdonia National Park.

Ich plante eine Strecke, die mich noch durch den Exmoor National Park führte, konsultierte Google Maps zwecks einer zeitlichen Einschätzung, fand auf AirBnB kein passendes Zimmer – auf Booking.com schon – und begann, mich als Jazz-Musiker zu betätigen.

Was sich durch den strömenden Regen von Exmoor und der Mittelalterstadt Dunster (und der passenden Burg) erkennen ließ war schön, ich tanke, kaufte Fertigfraß und ein Bier, aß zu Mittag und fuhr weiter. Aja und Kaffee. Es musste natürlich auch ein Tankstellencappuccino von Costa Express her. So ungefähr dreieinhalb Stunden später standen dann mein Koffer und ich alleine im riesigen Vorzimmer von irgendeinem Landhaus.

Ich prüfte die Adresse auf der herumliegenden Post, ging wieder und fuhr zum Nachbarshaus, meiner Unterkunft.

Wie ich inzwischen erleben durfte, findet sich auf fast jeder Reise diese eine spezielle Schlafgelegenheit. 2008 das Mandalay Bay in Las Vegas, 2011 das ungefähr zwei Meter breite Hotel in Paris, 2013 sicher auch irgendeins, 2015 wars die Kiahuna Plantation auf Hawaii, 2016 das Ballyduff House in Irland, 2017 der Zeltplatz in der Mitternachtssonne in Nordnorwegen, Anfang dieses Jahres Detta Velvis in ihrem Far North B&B in Schottland und jetzt ist es Sheila und das Linley Cottage irgendwo in den englischen Midlands.

Sheila zeigt mir ein makelloses Zimmer mit anschließendem Bad ohne Dusche. Dafür gibt es aber zu meiner großen Freude eine massive Badewanne. In dieser liege ich gerade und erfreue mich an der guten Internetverbindung und dem Exmoor Beast, dem Bier, das ich mittags kaufte.

 

Auf folgender Karte stellt der weiße Punkt das B&B von Mark dar, der rote Wasauchimmer die Wanderung, der blaue Punkt die Badewanne und der schwarz-weiße Punkt Snowdonia dar.

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